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Musiktheater,
Opernhäuser >>
Der Ursprung unserer heutigen Opernaufführungen wird in der
italienischen Hofoper des 16. Jahrhunderts gesehen. Aus den erforderlichen
Sichtbeziehungen sowohl der Sänger von der Bühne als auch der Musiker
zum Dirigenten entwickelte sich der Orchestergraben.
Markante Entwicklungsetappen des Opernhausbaues sind im 18. Jahrhundert
die hufeisenförmigen Mehrrangtheater mit Logen, (z.B. die Mailänder
Scala) deren Architektur sich im 19. Jahrhundert im Bau von
Mehrrangtheatern mit vielfältigen konkaven Wandformen (Zylinder- oder
Kegelstumpfsegmente) und meist etwas weniger Rängen fortsetzte.
Der Opernhausbau des 20. Jahrhunderts hat sich zum Teil an den
klassischen Vorbilder orientiert, zum Teil sind neue, in der Regel
einfachere Raumformen dazu gekommen, Typische Formen neuer Opernhäuser
sind Ein- und Zweirangtheater (z.B. die Oper in Sydney mit ihrer an
Schiffsegeln erinnernden Form).
Aus raumakustischer Sicht sollten Opernhäuser maximal 2000
Zuhörerplätze aufweisen. Wir planen mittlere Nachhallzeiten zwischen 1,2
und 1,6 s mit geringen Anstiegen nach tiefen Frequenzen hin.
Ein besonders wichtiges Reflexionsgebiet in Opernsälen ist die so
genannte "Treffzone", d.h. der Übergangsbereich von der Bühne
zum Zuschauersaal bzw. das Gebiet über und neben dem Orchestergraben. In
diesem Reflexionsgebiet sollen frühe Reflexionen der Sänger in den
mittleren und hinteren Zuhörerbereich gelenkt werden.
Die über und vor dem Orchestergraben gelegene Deckenfläche sollte
eben oder nur wenig nach oben geneigt sein und möglichst konvexe oder
gegliederte Formen aufweisen. Dadurch wird auch für Reflexionen aus dem
Orchestergraben in diesen zurück gesorgt und auf diese Weise das
gegenseitige Hören der Musiker gefördert, sowie die Balance zwischen
Orchester und Sängern unterstützt.
Im Orchestergraben sind Tiefenabsorber, z.B. diffus angeordnete
Plattenschwinger erforderlich, die am zweckmäßigsten vor der Rückwand
unter der Bühne angeordnet werden. Im Bereich unter der
Grabenüberdeckung ist auch eine breitbandige Schallabsorption in der
Nähe besonders lauter Instrumente (Blechbläser, Schlagzeug)
zweckmäßig.
Die vordere Wand des Orchestergrabens hinter dem Dirigenten sollte für
mittlere und hohe Frequenzen reflektierend sein, um die Schallabstrahlung
in den Saal zu unterstützen.
Meist finden in Opernhäuser auch sinfonische Konzerte statt. Das
Orchester spielt dann auf der Bühne, umgeben von reflektierenden
Flächen, dem so genannten Konzertzimmer. Die Wände und die Decke dieses
Konzertzimmers sollten zur guten Durchmischung des Klanges untergliedert
und zum Saal hin schräg gestellt werden.
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