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Freilichtbühnen >>
Die Tradition der Freilichtbühnen lässt sich auf die griechischen
Amphitheater, wie sie vor etwa 2500 Jahren errichtet wurden,
zurückführen. Die teilweise sehr großen Amphitheater, von denen die
Anlage von Epidaurus mit 14000 Plätzen und mit einer Entfernung der
letzten Zuhörerreihe zur Podiumsmitte von ca. 70 m wohl die bekannteste
ist, werden wegen ihrer guten Sprachverständlichkeit gerühmt.
Gründe dafür sind die starke Sitzreihenüberhöhung (Epidaurus:
Anstiegswinkel 26°), eine große Vorbühnenfläche für Bodenreflexionen,
reflektierende Flächen hinter der Bühne (Tempel, Szena) und nicht
zuletzt der niedrige Störschallpegel infolge ruhiger Umgebung.
Auch heute ist für den Entwurf einer Freilichtbühne die Suche nach
einem ruhigen Standort oder die Festlegung von Lärmschutzmaßnahmen (z.
B. Errichten von Schallschutzwänden) die wichtigste Voraussetzung für
ihr Funktionieren.
Bei einem geübten Sprecher ist in einer Entfernung von 50 bis 60 m
ausreichende Verständlichkeit nur dann gegeben, wenn der
Grundgeräuschpegel auf maximal etwa 40 bis 45 dB, A-bewertet begrenzt
ist!
Das stellt gegenüber Verkehrslärrn eine hohe Anforderung dar.
Lärmabschirmende Maßnahmen sind bei Straßenentfernungen unter 500 m
daher unerlässlich.
Die Ausrichtung von Freilichtbühnen sollte so erfolgen, dass die
Hauptwindrichtung von der Bühne zum Publikum orientiert ist. Dann wird
die in Windrichtung verstärkte Schallübertragung bei entsprechenden
Wetterlagen genutzt.
Es wird empfohlen, die Abstände zwischen Podium und letzter
Zuhörerreihe auf etwa 50 m zu begrenzen. Dieser Wert kann bei Verwendung
geeignet ausgerichteter Reflexionsflächen (z.B. Konzertpavillon in
Kuranlagen) überschritten werden.
In Freilichtbühnen sollte eine möglichst große
Sitzreihenüberhöhung vorgesehen werden, ein Anstiegswinkel der
Sitzreihen von mindestens 12° wird empfohlen.
Viele Veranstaltungen auf Freilichtbühnen finden unter Nutzung von
Beschallungsanlagen statt. Dann gibt es aus akustischen Gründen
hinsichtlich Größe und Form weniger Beschränkungen und es können auch
höhere Grundgeräuschpegel zugelassen werden.
Bei großen Konzertveranstaltungen (Popkonzerte, aber auch sinfonische
Konzerte) finden zentrale Lautsprecheraufstellungen im Bühnenbereich
Verwendung. Bei Betrieb von dezentralen Anlagen müssen die im
Zuhörerbereich aufgestellten Lautsprecher zum Vermeiden von
Ortungsverschiebungen über Verzögerungseinrichtungen betrieben werden.
Es sei darauf hingewiesen, dass die Nutzung von Beschallungsanlagen auf
Freilichtbühnen zu einer erheblichen Belästigung der Umgebung führen
kann. Gegebenenfalls sind entsprechende Lärmschutzmaßnahmen
erforderlich.
Viele Freilichtbühnen nutzen natürliche Gegebenheiten. Bei
Felsenbühnen dienen hinter der Bühne aufragende Felswände als wirksame
Reflexionsflächen. Besonderen Reiz gewinnt diese Art von Bühnen durch
das Einbeziehen der natürlichen Umgebung in die Inszenierung.
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